01.04.2018

Europas Bauwirtschaft brummt

Die Bauwirtschaft brummt, nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Prognosen der EUROCONSTRUCT-Gruppe zufolge wird sie 2018 um durchschnittlich 2,6 Prozent wachsen. Das Besondere: Die Bau­nachfrage nimmt zum zweiten Mal in Folge in allen 19 Mitgliedsländern des EUROCONSTRUCT-Netzwerks zu.

Damit befindet sich die europäische Bauwirtschaft nunmehr seit 2014 auf Wachstumskurs. So haben die Bauleistungen in den vier Jahren von 2014 bis 2017 um insgesamt 9 % zugenommen, sie summierten sich auf zuletzt 1,50 Billionen Euro. Allein im vergangenen Jahr betrug das Wachstum im EUROCONSTRUCT-Gebiet 3,5 %. Die stärksten Impulse kamen dabei erneut vom Wohnungsbau.

Bis 2020 ist für die 19 Mitgliedsländer mit einem weiteren Anstieg von 6 % zu rechnen. Allerdings werden sich im Wohnungsbau sowie im übrigen Hochbau die Zuwachsraten künftig deutlich abschwächen, vor allem der Neubausektor wird bis 2020 spürbar an Schwung einbüßen. 2016 und 2017 wurden hier noch Zuwächse von bis zu 6 % erreicht. Die Rolle des Markttreibers dürfte künftig der Tiefbau übernehmen. Letzterer wird in den Jahren 2018 und 2019 um jeweils mehr als 4 % zulegen, das gab es seit den 90er Jahren nicht mehr.

Einer der wichtigsten Treiber der aktuellen Aufwärtsentwicklung ist die robuste wirtschaftliche Entwicklung in Europa. Daneben spielen die niedrigen Zinsen, Zu- und Binnenwanderung, der seit der Finanzkrise vielerorts aufgelaufene Investitionsrückstand oder auch die konsequentere Nutzung der europäischen Fördertöpfe eine wichtige Rolle.

Während sich einerseits die Bautätigkeit in wirtschaftlich stabilen Ländern wie z. B. Polen, Norwegen und Deutschland weiter auf Wachstumskurs befindet, schreitet die Erholung des Bausektors in Ländern, die in den vergangenen Jahren starke Einbrüche zu verzeichnen hatten, weiter voran. Hierzu zählen beispielsweise Irland, Spanien und Portugal, aber auch Frankreich, Italien und Ungarn.

In Deutschland nahm die Bautätigkeit im Jahr 2017 um 2,6 % zu, sogar noch etwas kräftiger als 2016. Angetrieben wurde das Wachstum vom großen Wohnungsbedarf, der gestiegenen Investitionsneigung der Unternehmen und der Tiefbauoffensive des Bundes. Mittelfristig wird das Wachstum zwar deutlich an Schwung verlieren. Gleichwohl dürften im Wohnungs- sowie im Infrastruktursektor auch langfristig umfangreiche Investitionen erfolgen.

Über EUROCONSTRUCT

Das europäische Forschungs- und Beratungsnetzwerk EUROCONSTRUCT® wurde 1975 gegründet. In diesem Verbund kooperieren Institute mit spezifischem Know-how im Bau- und Immobiliensektor aus 15 westeuropäischen sowie 4 osteuropäischen Ländern. Den Kern der EUROCONSTRUCT-Aktivitäten bilden Konferenzen, auf denen die neuesten Prognosen zum Baugeschehen in den Mitgliedsländern vorgestellt werden. Diese Veranstaltungen finden zweimal im Jahr an wechselnden Orten in Europa statt. Das ifo Institut ist Gründungsmitglied und deutsches Partnerinstitut des Netzwerks. Mehr Informationen unter

www.euroconstruct.org.


Trend in building demand in the EUROCONSRUCT area, according to segment

Residential
Non-residential
Civil engineering