12.12.2018

KLIMANEUTRAL AUF DER BAU

Im polnischen Katowice diskutieren und verhandeln noch bis zum 14. Dezember viele tausend politische Entscheidungsträger und zivilgesellschaftliche Experten auf der Suche nachwirksamen Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels. Dabei darf man nicht vergessen, dass Klimaschutz im Kleinen anfängt und jeder seinen Beitrag leisten kann. Ein Anfang könnte ein klimaneutraler Besuch auf der kommenden BAU sein. Möglich machen dies die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen, kurzDGNB, in Kooperation mit der Firma thinkstep, die auf Beratungs- und Softwareleistungen im Bereich Nachhaltigkeit spezialisiert ist.

Das Schlüsselwort heißt in diesem Fall CO2-Kompensation. Genau das bieten die beiden Organisationen auf der DGNB Sonderschau „Nachhaltigist das neue Normal“ in Halle C2 an Stand 303 allen Messebesuchern kostenlos an. Dies funktioniert einfacher, als man meinen könnte.

Was muss ich als Messebesucher machen?

Sie müssen nicht viel mehr als fünf Minuten ihrer Messezeitdamit verbringen, auf der DGNB Sonderschau einige wenige Informationen zu Ihrem individuellen Besuch auf der BAU anzugeben. Dabei geht es um die An- und Abreise und die Länge des Aufenthalts auf der Messe sowie die Anzahl der dazugehörigen Hotelübernachtungen. Das war es.

Wie wird mein CO2-Fußabdruck berechnet?

Aus diesen Informationen werden die CO2-Emissionenberechnet, die jeder Besucher bei seinem Messebesuch verursacht hat. Die Anreise mit dem Flugzeug hinterlässt dabei einen deutlich größeren CO2-Fußabdruck als die Fahrt mit dem PKW. Nochmals kleiner wird dieser, wenn die Bahn oder andere öffentliche Verkehrsmittel genutzt werden. Zudem gilt natürlich: Von je weiter weg man zur BAU anreist, umso größer wird die eigene CO2-Hypothek.

Auch im Hotel werden CO2-Emissionen verursacht. Je mehr Nächte man dort verbringt, desto größer der Fußabdruck. Gleiches gilt für den Aufenthalt auf der Messe. Hier gibt es einen Bedarf an Strom und Wärme für Beleuchtung, Heizen und Kühlen. Der damit verbundene Ausstoß klimaschädlicher Gase wird anteilig auf jeden einzelnen Besucher heruntergebrochen.

Für alle Elemente der Berechnung werden Standardwerte als Datengrundlage verwendet. Beim ÖPNV und der Bahn ist dies beispielsweise ein wissenschaftlicher Grundlagenbericht zum UmweltMobilCheck; beim Flug der nationale Inventarbericht zum Treibhausgasinventar des Umweltbundesamtes. Bei der Unterkunft werden ein 3-Sterne-Hotel und ein Zimmer mit einer Größe von 18m2 sowie ein standardisierter Energieverbrauchs-Mix als Maßstab genommen. Beim Messebesuch bilden reale Verbrauchswerte sowie eine Besucherstromanalyse aus vergangenen Veranstaltungen die Basis.

Und wie wird der Messebesuch nun klimaneutral?

Aus den genannten Faktoren ergibt sich aufsummiert ein Wert für jeden Messebesucher. Dieser bildet die Grundlage für eine CO2-Kompensation. Kompensieren bedeutet konkret, dass die DGNB und thinkstep Projekte fördern, die aktiv zum Klimaschutz und der globalen Einsparung von CO2-Emissionenbeitragen. Dabei werden die von den Teilnehmern an der Aktion gemeinschaftlich verursachten CO2-Emissionen ausgeglichen. Zu den geförderten Projekten zählen beispielsweise ein Wiederaufforstungsprojekt in Kolumbien, kleine Laufwasserkraftwerke im ländlichen China oder ein Geothermie-Projekt in Indonesien.

Im Nachgang zur BAU erhalten die Teilnehmer dann per E-Mail die Information über die durch sie verursachten CO2-Emissionen sowie ein Zertifikat, das ihren klimaneutralen Besuch auf der BAU dokumentiert.

Teil der DGNB Sonderschau „Nachhaltig ist das neue Normal“


Die DGNB Sonderschau auf der BAU 2019 steht unter dem Motto „Nachhaltig ist das neue Normal“ 
© DGNB

Die Aktion „Klimaneutral auf der BAU“ reiht sich ein in eine Vielzahl von Aktivitäten und Maßnahmen, die die DGNB während der BAU auf ihrer Sonderschau umsetzt. So ist der Messestand nach den Prinzipien der CircularEconomy konzipiert, indem versucht wurde, auf alles zu verzichten, was beim Auf- und Abbau Müll produziert.

Der nachhaltige Messestand ist auch Startpunkt der kostenlosen Rundgänge, die die DGNB über die ganze BAU-Woche hinweg anbietet. Das Vortragsprogramm auf der Sonderschau dreht sich um Themen wie CircularEconomy, Klimaneutralität, Digital Sustainability, Gesundes Bauen und Verantwortung in der Lieferkette. Zudem gibt es täglich Sprechstunden mit erfahrenen DGNB Auditoren sowie eine Reihe von Netzwerkveranstaltungen.Alle Informationen zum Messeangebot der DGNB sowie die Möglichkeit zur Anmeldung zu den Rundgängen gibt es online unter www.dgnb.de/BAU2019.


Die Aktion „Klimaneutralauf der BAU“ gibt es in Halle C2 an Stand 303. 
© DGNB